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Sichtbarkeit

Wie bekommst du als Handwerksbetrieb mehr Google-Bewertungen?

Chris · 25.10.2026 · 9 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Mehr Google-Bewertungen bekommst du, wenn du jeden Kunden am Tag der Abnahme um eine ehrliche Bewertung bittest und ihm den Link aus deinem Google-Unternehmensprofil schickst. Google erlaubt die Bitte, den Link und eine Erinnerung, verbietet aber Anreize, die Vorauswahl zufriedener Kunden und gekaufte Bewertungen.

Deine Arbeit ist sauber, die Kunden sind zufrieden, und bei Google stehen trotzdem nur vier Bewertungen. So geht es vielen Handwerksbetrieben. Der Grund ist fast immer derselbe: Niemand fragt. Hier liest du, was Google erlaubt, wie der Ablauf nach der Abnahme aussieht und was du deinen Kunden schreibst.

Warum Bewertungen zählen

Suchst du bei Google nach «Sanitär Altstätten», erscheint oben eine Karte mit drei Betrieben. Fachleute nennen diesen Block Local Pack. Neben jedem Namen stehen die Sterne und die Anzahl der Bewertungen. Wer hier steht, bekommt den Anruf.

Google nennt für die Reihenfolge drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit (Google, Lokales Ranking verbessern). Zur Bekanntheit schreibt Google: «Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.» Kaufen kannst du den Platz nicht, das hält Google auf derselben Seite fest.

Für die Schweiz zeigt die Studie KMU Digital Pulse 2025 von localsearch und der Hochschule Luzern, wo Leute suchen (Medienmitteilung vom 28.8.2025). 80 % starten bei Suchmaschinen, 37 % auf Bewertungsplattformen. Wie Kunden mit Bewertungen umgehen, hat BrightLocal im Februar 2026 bei 1'002 Erwachsenen in den USA erhoben (Local Consumer Review Survey 2026, abgerufen am 25.10.2026). Die Zahlen stammen also nicht aus der Schweiz. Die Richtung ist trotzdem deutlich:

Ergebnis der UmfrageAnteil
Lesen Bewertungen, bevor sie einen lokalen Betrieb wählen97 %
Meiden Betriebe mit weniger als 20 Bewertungen47 %
Achten nur auf Bewertungen aus den letzten drei Monaten74 %
Wurden in den letzten zwölf Monaten um eine Bewertung gebeten78 %
Wählen eher einen Betrieb, der auf alle Bewertungen antwortet80 %
Nutzen ChatGPT oder eine andere KI für lokale Empfehlungen45 %

Die letzte Zeile ist neu. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert laut derselben Umfrage bei 6 %. Google rät auch für seine KI-Funktionen, das Unternehmensprofil aktuell zu halten (Google Search Central, KI-Funktionen). In unseren Suchtests im Oktober 2026 nannte der KI-Modus von Google lokal nur Betriebe mit Profil und Sternen.

Was Google erlaubt und was nicht

Die Regeln stehen in Googles Richtlinie für Inhalte von Nutzern (Google, Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte). Du darfst um Bewertungen bitten. Du darfst sie aber weder kaufen noch lenken.

ErlaubtVerboten
Jeden Kunden nach dem Auftrag um eine ehrliche Bewertung bittenNur zufriedene Kunden fragen oder unzufriedene vom Bewerten abhalten
Den Link oder QR-Code aus deinem Profil teilen, etwa auf der Rechnung oder per WhatsAppRabatte, Geschenke, Gutscheine oder Geld für eine Bewertung
Nach ein paar Tagen einmal erinnernKunden vor Ort drängen, sofort zu schreiben
Auf jede Bewertung antworten, auch auf KritikText oder Sterne vorgeben oder einen bestimmten Mitarbeiter nennen lassen
Den QR-Code im Laden oder in der Werkstatt aufhängenBewertungen von dir, deinem Team oder deiner Familie
Bewertungen melden, die gegen die Richtlinien verstossenGekaufte Bewertungen oder mehrere Konten für eine Person

Google nennt die Vorauswahl ausdrücklich. Nicht zulässig ist, «negative Rezensionen zu verhindern oder zu verbieten oder Kundinnen und Kunden gezielt um positive Rezensionen zu bitten». Verboten ist auch, einem Kunden etwas anzubieten, damit er eine schlechte Bewertung ändert oder löscht. Bei Verstössen entfernt Google Bewertungen und kann das Profil einschränken.

Mehr Google-Bewertungen bekommen: der Ablauf im Betrieb

Der Ablauf braucht fünf Schritte und passt in jeden Arbeitstag. Am besten übernimmt ihn die Person, die auch die Rechnungen schreibt.

1. Hol den Link aus deinem Profil

Google stellt dir einen Link und einen QR-Code bereit (Google, Link oder QR-Code zum Anfordern von Rezensionen erstellen). Öffne dein Profil auf business.google.com und wähle «Rezensionen lesen», dann «Mehr Rezensionen erhalten». Dort kopierst du den Link oder speicherst den QR-Code als Bild. Den QR-Code gibt es laut Google nur im Browser am Computer, nicht am Handy. Setz den Link in deine Mail-Signatur und den QR-Code auf Rechnung und Lieferschein.

2. Wähle den Tag der Abnahme

Der beste Moment ist der Tag, an dem du die Arbeit übergibst. Der Kunde steht in der neuen Küche oder im fertigen Bad. Schick die Bitte am selben Tag, am besten zusammen mit der Rechnung. Wartest du drei Wochen, ist der Auftrag im Kopf des Kunden längst erledigt. Dränge aber niemanden, vor Ort und vor deinen Augen zu schreiben. Das verbietet Google, und es wirkt aufdringlich.

3. Schick eine kurze Bitte

Eine Nachricht per SMS, WhatsApp oder Mail reicht. Kurz, persönlich und mit dem Link. So kann sie aussehen:

Hallo [Vorname], danke für deinen Auftrag. Wir hoffen, mit der neuen Küche ist alles so, wie du es dir vorgestellt hast. Wenn du zwei Minuten hast: Eine ehrliche Bewertung auf Google hilft unserem Betrieb sehr. Hier ist der Link: [Link]. Danke und bis zum nächsten Mal, [dein Name]

Siezt du deine Kunden, schreibst du dieselbe Nachricht mit «Sie». Wichtig ist nur: keine Vorgabe für Sterne oder Text. Frag jeden Kunden. Auch den, bei dem die Montage einen Tag länger gedauert hat.

4. Erinnere einmal nach fünf bis sieben Tagen

Viele Kunden wollen schreiben und vergessen es. Eine Erinnerung nach fünf bis sieben Tagen holt sie zurück. Ein Satz genügt: «Hallo [Vorname], falls du noch nicht dazu gekommen bist, hier nochmals der Link zur Bewertung. Danke dir!» Danach lässt du es gut sein. Wer nach zwei Nachrichten nicht schreibt, will nicht.

5. Antworte auf jede Bewertung

Deine Antwort ist öffentlich. Sie erscheint als «Antwort vom Unternehmen» unter der Bewertung, dein eigener Name wird nicht angezeigt (Google, Kundenrezensionen verwalten). Google rät, kurz und einfach zu antworten und mit Namen oder Initialen zu unterschreiben (Google, Tipps für mehr Rezensionen). Zwei Vorlagen:

Danke für deine Bewertung, [Vorname]. Es hat uns gefreut, bei dir zu arbeiten. Wenn später etwas ist, meldest du dich einfach. [Initialen]

Danke für deine Rückmeldung, [Vorname]. So wollten wir den Auftrag nicht abschliessen, das tut uns leid. Ruf mich bitte an unter [Nummer], dann schauen wir das zusammen an. [Name]

Laut der BrightLocal-Umfrage erwarten 89 % der Befragten eine Antwort des Betriebs. 50 % stören sich an Antworten, die nach Vorlage klingen. Ergänze deshalb jede Antwort mit einem Detail zum Auftrag.

Dein Zeitplan

WannWas du tust
Tag 0, AbnahmeRechnung mit QR-Code übergeben, am selben Tag die Bitte mit dem Link schicken
Tag 5 bis 7Einmal erinnern, falls noch keine Bewertung da ist. Danach nicht mehr.
Innert einer Woche nach jeder BewertungAntworten, mit Namen oder Initialen
Jeden MonatAnzahl und Schnitt notieren, offene Antworten nachholen, Link auf Rechnung und Signatur prüfen

Mit einer Woche für die Antwort liegst du im Rahmen. Laut BrightLocal erwarten 81 % der Befragten eine Antwort innert einer Woche. Für den Monatstermin reicht ein Blick ins Profil. Zähle die neuen Bewertungen, prüfe den Schnitt und schau, ob alle beantwortet sind. Vergleiche deine Zahl mit den drei Betrieben, die bei deiner Suche im Local Pack stehen. Das ist dein Massstab.

Wenn eine schlechte Bewertung kommt

Früher oder später kommt eine Bewertung mit zwei Sternen. Das ist unangenehm, aber kein Drama. Google schreibt dazu: «Negative Rezensionen sind nicht unbedingt ein Zeichen für schlechte Geschäftspraktiken.» Die Leser achten vor allem darauf, wie du reagierst.

Antworte innert weniger Tage, sachlich und kurz. Gib einen Fehler zu, wenn es einer war, und biete ein Gespräch an. Jeden Streit in der Antwort liest dein nächster Kunde mit. Private Daten des Kunden gehören nie in die Antwort, auch das verlangt Google.

Löschen lassen kannst du eine Bewertung nur, wenn sie gegen Googles Richtlinien verstösst (Google, Unangemessene Rezensionen melden). Dazu zählen Spam, Beleidigungen, Bewertungen ohne echten Kontakt zu deinem Betrieb oder Bewertungen eines Mitbewerbers. Eine ehrliche, aber unerfreuliche Meinung ist kein Grund zum Melden. Das schreibt Google ausdrücklich. Melden kannst du im Profil direkt bei der Bewertung. Die Prüfung dauert laut Google in der Regel mehrere Tage. Verlangt jemand Geld oder eine Gegenleistung, damit er negative Bewertungen wieder entfernt, meldest du das Google separat (Google, Erpressungsversuche mit negativen Rezensionen melden). Google rät, in solchen Fällen nicht zu zahlen. Rechtliche Schritte sind selten nötig. Dafür fragst du einen Anwalt.

Bewertungen auf deiner Website zeigen

Gute Bewertungen gehören auch auf deine Website. Zeig nur echte, im Wortlaut und mit Datum. Nenne den Namen eines Kunden nur, wenn er einverstanden ist. Vorname und Ort reichen meistens. Verlinke dein Google-Profil, damit Besucher alle Bewertungen im Original sehen.

Erwarte keine Sterne neben deiner Website in der Google-Suche. Hinterlegt ein Betrieb Bewertungen über sich selbst auf der eigenen Website, zeigt Google dafür keine Sterne in den Suchergebnissen (Google Search Central, Rezensions-Snippet). Google schreibt dort auch: «Bewertungen müssen direkt von Nutzern stammen.» Die Sterne im Local Pack kommen aus deinem Google-Profil. Dort entstehen sie, und dort pflegst du sie.

Was wir dazu beitragen

Bewertungsanfragen bauen wir in jedes Website-Paket ein, wenn sie dir helfen. Nach dem Auftrag geht die Bitte mit deinem Link dann von selbst raus. Mehr dazu findest du unter Sichtbarkeit. Den ersten Schritt kannst du heute machen: Hol den Link. Mached mer!

Häufige Fragen

Wie viele Google-Bewertungen braucht ein Handwerksbetrieb?

Eine feste Zahl gibt es nicht, und Google nennt keine. In der BrightLocal-Umfrage 2026 meiden 47 % der Befragten Betriebe mit weniger als 20 Bewertungen. 74 % achten nur auf Bewertungen aus den letzten drei Monaten. Ein stetiger Fluss zählt deshalb mehr als eine Zielzahl. Vergleiche dich mit den drei Betrieben im Local Pack bei deiner Suche.

Darf ich Kunden um Google-Bewertungen bitten?

Ja. Google stellt dafür im Unternehmensprofil einen Link und einen QR-Code bereit. Verboten sind Anreize wie Rabatte oder Geschenke, die Vorauswahl zufriedener Kunden, Vorgaben zu Text oder Sternen und gekaufte Bewertungen.

Wie lange dauert es, bis eine Google-Bewertung sichtbar ist?

Google prüft jede Bewertung vor der Anzeige. Laut Google kann das in einigen Fällen einige Tage dauern. Auch deine Antwort wird geprüft, in der Regel bis zu 10 Minuten, in Einzelfällen bis zu 30 Tage.

Kann ich schlechte Google-Bewertungen löschen lassen?

Nur, wenn sie gegen Googles Richtlinien verstossen, etwa bei Spam, Beleidigungen oder Bewertungen ohne echten Kontakt zu deinem Betrieb. Eine ehrliche, aber unerfreuliche Meinung entfernt Google nicht. Melde Verstösse direkt im Profil; die Prüfung dauert laut Google in der Regel mehrere Tage.

Zählen Google-Bewertungen auch für ChatGPT und die Google-KI?

Google rät, das Unternehmensprofil auch für seine KI-Funktionen aktuell zu halten. Bewertungen nennt Google als Faktor für das lokale Ranking. Laut BrightLocal nutzen 45 % der Befragten ChatGPT oder eine andere KI für lokale Empfehlungen. 82 % lesen KI-Zusammenfassungen von Bewertungen. Wie stark eine KI Bewertungen gewichtet, hat Google nicht veröffentlicht.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 25.10.2026.

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